Juli 26 2017

Nur noch Stromautos auf der Insel

Auto mit Federantrieb. Foto © 2015 Karl Hochheim

Großbritannien will ab 2014 Autos mit Verbrennungsmotoren von den Straßen bekommen, das heißt es werden keine Neuwagen, die Benzin, Diesel,  Gas, Holz, Kohle, Alkohol, Heizöl, Shit  und was man sonst noch alles verbrennen kann, mehr zugelassen werden. So genau steht das nicht in den Berichten, man schreibt nur von Verbrennungsmotoren und führt Benzin und Diesel als Beispiele an, aber es gab in der Vergangenheit ja auch Fahrzeuge, die sogar mit Schweröl und ähnlichem Kram fahren konnten.

Da stellen sich eine Reihe von Fragen?

  • Verschwinden alle Stinker gleich?
  • Wird auch dem Gebrauchtwagenmarkt der Hahn abgedreht?
  • Gibt es im Land er Oldtimer keine Oldtimer mehr?
  • Wo kommt die Energie dann her?
  • Und die wichtigste Frage: Sind die Elektroautos dann serienreif und bezahlbar? Und wer baut die?

Es wird sicherlich ein paar Jahre dauern, bis die E-Autos die Oberhand haben werden, denn die im Jahr 2039 verkauften Autos bleiben 10 Jahr und länger auf der Straße. Wenn die E-Autos dann vielleicht noch keine wirkliche Alternative sein sollten, werden in 20139 sicherlich Verkaufsrekorde aufgestellt, da sich ein Großteil der Autofahrer schnell noch mit einem “normalen” Auto eindecken werden.

Ob die Jaguar E Type und Morgans und RR Silver Shadows etc. von Straßen verbannt werden können? Eher nicht zu erwarten. Sicherlich  wird man versuchen, diese aus den Städtern rauszuhalten, aber auf dem Land, wo die Luft noch rein ist und immer reiner wird, fahren die bestimmt weiter und stinken vor sich hin, wie seit Generationen.

Spannende Frage: Wo kommt die Energie her. Ein absoluter Unsinn wäre es, wenn die Autos dann sauber mit Strom fahren würden, der aus qualmenden Kohlekraftwerken käme. Der Anteil der Kohle am Energiemix in UK ist heute (2017) schon bei unter 10%. Aber es wird stattdessen Holz und Gas verfeuert. Gas ist bei über 40%, dazu kommen 2-3% vom Öl, 20% Atomkraft und 2-3% Importstrom, wo kein Schwein weiß, aus welchen maroden Meilern der kommt. Die Erneuerbaren sind bei ca. 20%. Dabei ist auch Holz. Das wird sich in gut 20 Jahren sicherlich noch merklich verschieben, aber sauber wird die für die Autos nötige Energie keineswegs sein. Das ginge nur, wenn 100% so genannter Ökostrom genutzt werden könnte. Ansonsten stinkt statt dem Auspuff der Schornstein.

Nun aber zur Gretchenfrage: Wo sollen denn die Autos herkommen? Das Vereinigte Königreich hat keine eigene Automobilindustrie mehr. Das heißt, die Regierung beschließt hier eine Umstellung zu einem wilden Datum, von dem so gut wie alle Bürger betroffen sein werden und hat nicht die Spur von Einfluss, dass auch die nötige Technologie zur Verfügung stehen wird. Man ist auf der Insel zu fast 100% von ausländischen Autofirmen abhängig. Diese müssten dann die Nachfrage komplett abdecken können. Wenn man in Deutschland oder Frankreich oder Japan einem solchen Entschluss fassen und dann die Industrie motivieren oder zwingen würde  den Weg mitzugehen, dann könnte man die Entscheidung nachvollziehen. In Deutschland beweisen wir allerdings gerade, welche Luftnummer, die staatliche Förderung von E-Autos ist. Die Förderung wird garnicht abgerufen.

England ( nicht Schottland, Wales oder Nordirland) begibt sich schon wieder auf einen Weg, den sie nicht kennen, wo sie nicht wissen ob er überhaupt begehbar ist. Also eine Kamikaze Mission, wie der Brexit.

Got Save The Queen. Die fährt im Zweifel mit der Kutsche, wenn sie dann noch regieren wird, mit 125 Jahren.

 

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Veröffentlicht26. Juli 2017 von Karl Hochheim in Kategorie "Industrie", "Politik

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