Juli 31 2017

Tatort – Computer. Teil 1: Wir haben keine Chance.

Tatort Logo. Public Domain.

Wer gestern den sonntäglichen Tatort gesehen hat, mag den Plot für reichlich überzogen gehalten haben. In RTL gab es auch eine Geschichte mit einem selbstlernenden Roboter, eher ein Klamaukfilm, der aber im Kern in die gleiche Richtung geht, wie der Tatort mit dem Titel HAL (ursprünglich bereits aus 2016). Dass weite Teile dieses Tatort als Verbeugung vor 2001 Odyssee im Weltraum zu verstehen ist, wurde in vielen Beiträgen bereits besprochen.

Es geht grundsätzlich darum, dass Computer oder Roboter schneller lernen und bald, sehr bald, ihren Schöpfern weit überlegen sein werden. Das geht soweit, dass sie sich der Kontrolle entziehen, verselbständigen und am Ende erfolgreich ihre eigene Abschaltung verhindern. Die Rechner werden übernehmen und es gibt KEINE (!) Chance, die Uhr zurückzudrehen.

Ist das reell, wird das so kommen, oder ist es nur eine angstmachende Utopie? Klare Antwort: Es wird so kommen. Punkt. Und wir werden nichts mehr daran ändern können. 

Es gibt viele Diskussionen und Erklärungsversuche, Abhandlungen über künstliche Intelligenz, selbstlernende Programme und so weiter. Es wird für und wider abgewogen. Das Ergebnis ist meist so, wie der argumentierende Spezialist das gerne hätte. Es gibt aber eine unumstößliche Herleitung,  die mit einer absolut zwingenden Logik beweist, dass uns die Computer früher oder später deutlich überlegen sein werden. Wir kommen bei der Entwicklung einfach nicht mit.

Machen wir mal eine Rechnung auf:

  • Den Homo Sapiens gibt es seit ca. 200.000 Jahren. Das sind etwa 7.000 Generationen. 200.000 Jahre sind sehr wenig. Die Dinosaurier dominiert die Erde 70 Millionen Jahre lang. Nur mal so zum Vergleich. Wieviel intelligenter als damals ist der heutige Mensch? Sind wir doppelt so schlau? Oder 100 mal so schlau? Oder 1000 mal so schlau? Ist unser Gehirn 1000 mal leistungsfähiger geworden seit dem Auszug des Menschen aus Afrika? Schwer zu sagen. Eher wohl nicht. Sicher konnte der Mensch damals nicht mit einem Smartphone umgehen. Es gab ja keins.Aber nehmen wir mal an, ein damaliges Baby käme in eine heutige Familie und würde von Anfang an mit allen Segnungen 😉 der modernen Zivilisation vertraut. Würde es sich anders entwickeln als ein Kind von heute? Vielleicht. Wahrscheinlich nicht sehr viel.  Wie würde sich ein Baby entwickeln, das aus der Zeit Karls des Großen käme?  Wie würde sich ein Baby entwickeln, das aus der Zeit Mao Zedongs käme? Hier haben wir ein sehr gutes Beispiel, denn vor einer Generation lebten die meisten Chinesen noch im Mittelalter. Mao wollte einen Bauernstaat und er hatte einen. Heute sind die jungen Chinesen in den Mega Metropolen quasi mit dem Smartphone verwachsen, sie haben einen technologischen Sprung von Null auf 1000 gemacht. Das ging aber nur, weil das Gehirn bereits die Leistungsfähigkeit dazu hatte. Was will ich damit beweisen: Der Mensch, besser die Leistungsfähigkeit des Gehirns entwickelt sich nur extrem langsam von Generation zu Generation weiter. Vielleicht um ein Promille, wenn überhaupt. Falls das so wäre, dann wären wir heute 1.001 hoch 7000 = 1000 mal leistungsfähiger als vor 2 Millionen Jahren. Ist das realistisch? Eher nicht. Das Gehirnvolumen, das ein Maß für dessen Leistungsfähigkeit ist, blieb in den letzten 200.000 Jahren konstant. Resultat: wir entwickeln uns sehr, sehr, sehr langsam weiter. Die quasi unendlich langen Zeiträume haben uns dahin gebracht, wo wir heute sind. Vom Homo Erectus, der schon das Feuer kannte bis  zum Homo Sapiens dauerte es 1,7 Millionen Jahre. Ergo: Beim Menschen tut sich so gut wie nichts, was die Entwicklung der geistigen Leistungsfähigkeit betrifft. 

…..wird fortgesetzt. In der nächsten Folge betrachten wir die Entwicklung der Computer.

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Veröffentlicht31. Juli 2017 von Karl Hochheim in Kategorie "IT / Internet

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