August 11 2017

Karriere: Null Bock. Mehr Kohle: Her damit.

Deutscher Arbeitsplatz. Grafik©2017KarlHochheim

Ernst&Young hat 1400 Arbeitnehmer nach ihren Zielen und damit auch nach angedachten Weiterentwicklungswünschen im eigenen Beruf gefragt.

Ach du liebes bisschen, da krieg ja kaum eine(r) den Arsch hoch. Die Details will ich nicht wiederholen, man kann sie hier nachlesen. Die Zusammenfassung lautet in einem Satz: Die meisten wollen ihren Job genau so weitermachen, aber mehr Geld. Geht’s noch? Was ist das denn für eine Beamtenmentalität.

Die Studie hinterfragt nicht die Gründe für diese Lethargie. Ich schon. Und ich erlaube mir auch die Gründe zu nennen, wie immer sehr subjektiv und sicherlich unausgewogen.

Was motiviert am meisten: Ein motivierter und motivierender Vorgesetzter. Da ist das größte Problem. Und es fängt in den meisten Unternehmen ganz oben an. Da sitzen meist keine Unternehmer und Visionäre, sondern armselige Erbsenzähler. Es wird gespart, was das Zeug hält. Es werden Menschen entlassen und die verbleibende Arbeit auf weniger Leute verteilt. Es werden Berater durch alle Abteilungen geschleust, die jeden Handgriff auf Effizienz prüfen. Was bleibt? Von oben runter durch die ganze Hierarchie werden (nicht nachvollziehbare) Reportingstrukturen aufgebaut, die von armseligen Bereichs- und Abteilung- und Gruppenleitern weitergeroutet werden, damit am Monatsende schöne Exceltabellen beim Obererbsenzähler ankommen. Der freut sich dann, dass die Einsparziele erreicht werden.

Das ist alles höchst demotivierend für die Mitarbeiter, weil sie immer nur im eigenen Saft kochen, neben ihren eigentlichen Aufgaben (was sie mal begeistert gelernt oder sogar studiert haben) blödsinnige Tabellen ausfüllen sollen. Der nächste Chef, der sich für die Arbeit “seiner” Leute interessieren soll, hackt auf den Abgabeterminen für Reports rum und ist noch eine ärmere Sau, weil ihm auch eine noch größere Pfeife im Nacken sitzt. Das soll erstrebenswert sein? Dahin soll meine Karriere führen? Kollegen wegen Excel Tabellen zu nerven? Um Gottes Willen. Da verschanze ich mich doch lieber hinter meinem PC und fülle Tabellen aus, deren Sinn ich nicht verstehe, denn das wird von mir erwartet. Und ich warte auf Freitag (TGIF).

Aber im Unternehmen Wachstum zu generieren, mit Ideen und Visionen, zu denen sich die Leute begeistert bekennen können und die Ärmel hochkrempeln und etwas zu ER-schaffen, das wird immer weniger. Es ist noch kein Unternehmen gesundet, das sich kaputtgespart hat. Vorne sind die Innovativen, mit packenden Unternehmertypen, denen die Mitarbeiter in allen Stufen gerne “folgen”. Ich bin sicher, in diesen Firmen wollen viel mehr Menschen Karriere machen, weil es geil ist, Teil der Kreativen und Erfolgreichen zu sein.

Wer auf Anweisung stupide Tabellen ausfüllt, schafft subjektiv nichts von Wert. Wenn er in den Spiegel schaut, muss er sich fragen, zu was er eigentlich GUT ist, welchen Nutzen er (ja auch SIE) bringt. Man fühlt sich nutzlos. Das einzige, was vielleicht noch hilft, ist mehr Geld. Schmerzensgeld.

 

 

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Veröffentlicht11. August 2017 von Karl Hochheim in Kategorie "Industrie", "Leben

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