September 8 2017

Geprüfte Wahlsoftware: unsicher, unverschlüsselt, leicht hackbar

Der Wahlleiter. Grafik©2017KarlHochheim

Verwunderlich ist nur, dass es vor der Wahl schon auffiel und nicht danach. Der Bundesminister für Zufälle hat gut gearbeitet und einem Darmstädter Informatik Studenten eine Eingebung erteilt, gerade diese Software einmal zu überprüfen. Was für ein Zufall, dass der Student gerade auf diese eine Schwachstelle in Tausenden von kommunalen Softwarepaketen gestoßen ist. Welch ein Glück, jetzt sind wir wieder sicher.

LOL. Man kann sicher davon ausgehen, dass die Mehrzahl der eingesetzten Programme in Amtsstuben und Behörden unsicher und wahrscheinlich bereits gehackt ist. Warum das so ist? Die Digitalisierung und insbesondere das Bewusstsein der damit eingehenden Anforderungen ist im öffentlichen Dienst noch nicht angekommen. Man nutzt Software und Computer, weil man es machen muss. Dass mit dieser Motivation nicht auf höchste Sicherheit geachtet wird, ist logisch. Dazu kommt, dass jede Gemeinde und jeder Landkreis oft alleine gelassen wird bei der Auswahl der einzusetzenden IT Lösungen. Föderalismus macht oft Sinn, wenn es aber um die Sicherheit geht, insbesondere um die Sicherheit für die Daten der Bürger, muss von “oben runter” diktiert werden, was einzusetzen ist. Wenn die internationale Mafia Millionen Dollar für die besten Hacker ausgibt, hat der Bürgermeister von Kleinkleckersdorf nicht die geringste Chance bei der Sicherung seiner EDV.

Alle Gemeinden machen das gleiche, also brauchen sie auch die gleichen Programme. Skalierbar, na klar, aber in der Funktionalität gleich. Das geht nicht? Dann schaut Euch mal die Sparkassen an. 400 einzelne Banken, 120 Millionen Konten, 13.000 Geschäftsstellen, 280.000 PCs, 49.000 Geldausgabeautomaten und andere SB Geräte nutzen die Softwarepakete einer einzigen Rechenzentrale. Es hat 30 Jahre gedauert bis es soweit war, gerechnet von der ersten Nutzung von Lochkarten in den Geschäftsstellen, aber es geht.  Mit diesem Erfahrungsschatz sollten auch alle Behörden und Ämter in Deutschland einheitlich ausgestattet werden. Dann und nur dann kann es möglich gemacht werden, einheitliche und sichere Lösungen einzusetzen und diese auch sicher am Stand der Technik zu halten.

Das ganze ist Chefsache, da es um die Sicherheit der Bürger, und des ganzen Staates geht. Allerdings habe ich im ganzen Wahlkampf außer dem dürftigen Schlagwort DIGITALISIERUNG nichts gehört. Armes gehacktes Deutschland.

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Veröffentlicht8. September 2017 von Karl Hochheim in Kategorie "IT / Internet

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